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Karl Breslmair sen. wurde am 4.11.1914 in Mannersdorf am Leithagebirge (Niederösterreich) geboren. Schon in frühen Jahren fiel sein technisches Talent sowie seine Musikalität auf. Nach einer technischen Ausbildung arbeitete er als Maschinenbauer in verschiedenen Branchen. In den schwierigen Jahren der Zwischenkriegszeit war er nie arbeitslos, die karge Freizeit verbrachte er meist musizierend. Seine ganze Leidenschaft galt den Violinen und dem Geigenspiel. Er wirkte in mehreren lokalen Orchestern mit und begann später auch selbst Geigen zu bauen. Er verbrachte die Kriegsjahre als Techniker im Messerschmitt Flugzeugwerk in Wr. Neustadt und erlebte dort die schwersten Bombenangriffe des 2. Weltkrieges, die ihn um sein gesamtes Hab und Gut brachten.

1945 gründete er in Sommerein eine eigene Firma und arbeitete selbstständig als Gewerbetreibender (Reparaturwerkstätte für landwirtschaftliche Maschinen), bis er 1959 als Werkstättenleiter in das neugegründete Atomforschungszentrum Seibersdorf gerufen wurde. Das geregelte Einkommen als Angestellter und die sich belebende wirtschaftliche Konjunktur dieser Jahre erlaubten ihm nun, sich in seiner Freizeit voll dem Instrumentenbau zu widmen. Er baute Geigen nach eigenen Entwürfen, die durch ihren großen Ton und durch hervorragende Lackierungen beeindruckten.

Just in der Zeit, als er es auf diesem Gebiet zu einer gewissen Meisterschaft gebracht und nebenbei auch schwierigste Reparaturen alter Instrumente ausgeführt hatte, wurde ihm die zusätzliche Aufgabe der Mundstückfertigung gestellt. Trotz der vielen Aktivitäten, die er in Angriff nahm, war er immer ein stiller, ausgeglichener Familienmensch. Angesehen bei seinen Vorgesetzten und respektiert von seinen Mitarbeitern, arbeitete er im Forschungszentrum Seibersdorf bis zum Eintritt in seinen Ruhestand 1974. Er widmete sich weiterhin in innovativer Weise dem Mundstückbau und erhielt dadurch den Ehrenring der Wiener Symphoniker und eine hohe Auszeichnung der Musikhochschule Graz in Würdigung seiner Tätigkeit.

Karl Breslmair stand bis zur letzten Stunde seines Lebens in seiner geliebten Werkstätte und verstarb unerwartet am 17.9.1985 im 71. Lebensjahr.

Begonnen wurde die Mundstückerzeugung von meinem Großvater Karl Breslmair im Jahr 1968 durch einen erzählenswerten Zufall.

Im Fundus der Wiener Philharmoniker befand sich ein altes Trompetenmundstück, welches in einer Wiener Meisterwerkstätte gefertigt wurde. Die damaligen ersten Trompeter der Wiener Philharmoniker, die Professoren Josef Levora und Helmut Wobisch, „teilten“ sich dieses hervorragend gut zu spielende, klanglich ideale Mundstück.

Herr Prof. Wobisch war mit Wolfgang Higatsberger, Professor an der TU Wien und Leiter des Atomforschungszentrums Seibersdorf, befreundet, dem er eines Tages von diesem Mundstück erzählte.

Wo auch immer die Wiener Philharmoniker auf Konzertreise weilten, sie versuchten, Instrumentenerzeuger zu finden, die dieses einzigartige Mundstück nachbauen können. Doch niemand brachte es zuwege, dieses alte Unikat zu kopieren. Higatsberger meinte, dass er ihm wohl helfen könne, da in Seibersdorf nahezu alles möglich wäre.

Vielleicht hat er in diesem Moment schon an meinen Großvater gedacht, der von allen Forschern als genialer Techniker geschätzt wurde. Immer fand er Lösungen in technisch ausweglos scheinenden Situationen; unbürokratisch verstand er es, Physikern, Chemikern und Biologen zu helfen. Im persönlichen Gespräch erkannte er Probleme sofort und hatte meist Patentlösungen parat. Als Mitbegründer des Werkorchesters, Geiger und Geigenbauer (Hobby seit früher Jugend) war er für Higatsberger „der“ Mann, der auch mit Mundstücken etwas anzufangen wissen würde.

Bis dahin war im Hause Breslmair Blechblasmusik verpönt. Geigenmusik war unsere Leidenschaft. Blech im Orchester, wenn notwendig, geduldet. Der Name „Wiener Philharmoniker“ ließ meinen Großvater jedoch aufhorchen. Das war eine besondere, ehrenvolle Aufgabe, die ihn reizte. Für die wohl besten Musiker der damaligen Zeit sollte er Mundstücke bauen. Kein Instrumentenmacher konnte bisher die Wünsche der Herren befriedigen.

Keiner konnte dieses unscheinbare Ding kopieren, ein gleichwertiges herstellen. Nun lag es an meinem Großvater, den dieser Auftrag ganzkörperlich erfasste.

Als 14-jähriger war auch mein Vater als Ferialpraktikant peripher an den Arbeiten meines Großvaters und dessen Team beteiligt. Endlos lange Zahlenkolonnen musste er interpolieren, Koordinatenpunkte auf Millimeterpapier zeichnen. Monate später konnten die ersten Mundstücke gefertigt werden.

Mein Großvater brachte diese Prototypen zum „Bühnentürl” der Wiener Staatsoper und gab sie dort weisungsgemäß ab. Alle trugen die Bezeichnung G1, als erste brauchbare Prototypenserie nach dem vergoldeten (G), dem alten, namenlosen Original (Vielleicht aus der Werkstätte DEHMALs in Wien).

Wie würde das Urteil der Solisten ausfallen? Der Auftrag war erledigt. War er das?

Innerhalb weniger Wochen waren die Mundstücke unter einigen wenigen Spitzenmusikern verteilt, das Ergebnis einhellig. Es war meinem Großvater tatsächlich gelungen, ein Mundstück zu entwickeln, das höchsten Ansprüchen gerecht werden konnte. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht, dass die „Seibersdorfer“ Mundstücke endlich wieder dem Wiener Klangstil gerecht werden.

In einer Werkstätte eines Atomforschungszentrums wurden ab diesem Zeitpunkt Trompetenmundstücke hergestellt. Das Wissen um die Formen der Kessel und Dimensionen der Bohrungen ließ sich auch auf andere Blechblasinstrumente übertragen. Die gemeinsamen Versuche meines Großvaters mit Wiener Orchestermusikern sprengten schon bald seinen Zeitrahmen im Forschungszentrum. Eine eigene, gut ausgestattete Werkstätte im eigenen Haus war daher bald ein gern besuchter Ort, wo die Probleme so mancher Solisten gelöst werden konnten.

Breslmairs „Seibersdorfer“ Mundstücke waren fortan tonangebend und sind bis heute fester Bestandteil der Wiener klassischen Musikszene.

Karl Breslmair - Breslmair Wien

Am 3.9.1954 wurde er in Sommerein am Leithagebirge geboren und besuchte dort die Volksschule. Nach einer 8-jährigen Zeit am Bundesrealgymnasium Bruck an der Leitha maturierte er 1973. Ab Herbst 1973 leistete er einen einjährigen Militärdienst und begann 1974 das Lehramtsstudium für Geografie und Leibeserziehung an der Universität Wien.

Eine erfolgreiche Aufnahmeprüfung an der Akademie für bildende Künste und Inskription erlaubten es ihm, seinen handwerklichen Neigungen auch am Studienort nachkommen zu können. In einer verletzungsbedingten Studienunterbrechung ermöglichten ihm seine Eltern den Erwerb eines Pilotenscheines. Zum Linienpiloten war er scheinbar nicht befähigt, bei einer fortgeschrittenen Selektion der Austrian Airlines wurde er nicht mehr berücksichtigt. Von der Luftfahrt vollends begeistert, brach er das Studium ab und bewarb sich 1978 erfolgreich als Radarflugverkehrsleiter der österreichischen Flugsicherung. Nach absolvierter vierjähriger Spezialausbildung war er seit 1982 als eigenverantwortlicher Fluglotse tätig.

Schon als Jugendlicher interessierte ihn die Arbeit meines Großvaters sowohl in seinem Hauptberuf als auch in seiner Freizeit. Sein Vater verführte ihn zum Geigenbau und so fertigten sie, teils gemeinsam, ansehnliche Instrumente. Was ihm sein Vater an Musikalität und physikalischen Kenntnissen voraus hatte, machte er durch Akribie und Sinn für Ästhetik wett. Die Zeit erlaubte es leider nicht, dass mein Großvater und er koordiniert, gemeinsam arbeiteten. Zu unterschiedlich waren, vielleicht altersbedingt, ihre Interessen und Ziele. Erst nach dem Tode meines Großvaters (1985) begann er, sich für Mundstücke zu interessieren, und setzte sich als Ziel, das Werk seiner letzten Jahre fortzusetzen. Wie oft fehlten ihm danach sein technisches Verständnis und sein Einfallsreichtum. Stimmt es tatsächlich, dass man erst schätzt, was man nicht mehr hat, wenn man es nie mehr haben wird? Mein Vater bezeichnete ihn als einen Titanen.

Wunschgemäß stieg er in seine großen Fußstapfen. Eine faszinierende Materie, Technik in Verbindung mit Musik hatte ihn in ihren Bann geschlagen. So wie mein Großvater und mein Vater werde auch ich versuchen, der Musik zu dienen und mitzuhelfen, den Wiener Klangstil zu pflegen. Seit 1988 sind wir im Besitz eines Gewerbescheines zur „Herstellung von Mundstücken für Blechblasinstrumente“.

1994 erwarb mein Vater seine erste NC-gesteuerten Drehbank. Sie eröffnete gewaltige Möglichkeiten, die er in der darauffolgenden Zeit der Musikszene anbieten konnte.

1997/98 Forschungsprojekt Wiener Tuba.

Ab 1999 arbeitete er auch als „Airspace Designer“ und Verfahrensexperte bei Austro Control und reduzierte seine aktive Lotsentätigkeit auf die Hälfte. Damit hatte er noch weniger Zeit für seine Mundstücke verfügbar und war gezwungen, Mitarbeiter anzustellen, die den Werkstattbetrieb aufrecht hielten.

Im Oktober 2009 (55-jährig) beendete mein Vater seine Tätigkeit bei Austro Control und trat in den Vorruhestand ein. Die Firma „Karl Breslmair, Mundstückerzeugung“ wurde in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt, ich, Lukas Breslmair, wurde als Geschäftsführer bestellt.

2010 wurde ein großzügiger Werkstattzubau begonnen, der 2012 fertiggestellt wurde und die Betriebsanlagengenehmigung erhielt. Weitere Maschinen wurden angeschafft, um der großen Nachfrage nach hochwertigen Mundstücken gerecht zu werden.

Lukas Breslmair - Breslmair Wien

Am 20.11.1989 wurde ich in Wien geboren und lebte ab diesem Zeitpunkt im ländlichen Sommerein. Kindergarten und Volksschule besuchte ich im Ort, meine 8-jährige Gymnasiumzeit absolvierte ich in Bruck an der Leitha. Mit absolvierter Matura war ich bereit für weitere interessante Aufgaben auf meinem Lebensweg, stets mit der Werkstatt meines Vaters als Rückhalt, in der ich stets mitarbeiten durfte und Teil einer eingespielten Mannschaft war.

Da mein Vater Karl seinen Vorruhestand im Jahr 2009 antrat, wollte ich ihm betriebswirtschaftlich aushelfen und absolvierte erfolgreich die Unternehmerprüfung. Durch das mir entgegengebrachte Vertrauen seinerseits beschlossen wir die Firmengründung auf Basis einer Personengesellschaft. Die bisher als Einzelunternehmen geführte Firma wurde in eine Personengesellschaft umgegründet – Breslmair KG – geführt von mir als Komplementär und meinem Vater als Kommanditisten.

Das Interesse an der Technik brachte mich dazu, eine Weiterbildung in Form einer HTL-Abendschule in Wiener Neustadt zu beginnen. Als Mitarbeiter eines metallverarbeitenden Betriebes in der Branche der Instrumentenmacher war naheliegend, den Zweig „Maschinenbau und Automatisierungstechnik“ zu wählen. Untertags konnte ich die erlernte fachspezifische Theorie gut umsetzen, und so erhielt die Handhabung der Dreh- und Fräsmaschinen im Betrieb eine ganz andere Dimension für mich. Im Jahr 2015 konnte ich auch diesen Meilenstein erfolgreich abschließen, und kaum war ich von dieser Belastung befreit, wurde mir eine neue Herausforderung gestellt. Als Absolvent der höheren technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt, im Alter von 25 Jahren, mit nachweislich sieben Jahren Berufserfahrung wurden einigen Firmen auf mich aufmerksam.

So kam es, dass ich ein interessantes Jobangebot in der Automotive Branche annahm. Aufgrund meines privaten Interesses an motorisierten Fahrzeugen verließ ich die heimische Werkstatt und war ab November 2015 Mitarbeiter der Qualitätsmanagement-Abteilung in einem internationalen Unternehmen, welches mechatronische Steuergeräte für Allradantrieb und Getriebe entwickelt und herstellt. Aufgrund meiner akribischen Arbeitsweise fühlte ich mich sofort wohl in dieser Umgebung und konnte Zertifizierungen als Prozessauditor, Risikomanager und Reklamationsbeauftragter durchführen. Das große Interesse an dieser Materie bot mir schließlich die Möglichkeit, Teil der Entwicklungsabteilung zu werden. Ein firmeninterner Wechsel brachte mich Anfang 2018 zur Forschung und Entwicklung, wo ich bis zuletzt tätig war. Technische und kaufmännische Fachgespräche mit internationalen Kunden gaben interessante Einblicke in die Geschäftsabläufe, was wiederum dazu führte, dass mich das Gefühl eines ungestillten Wissensdrangs beschlich.

Im Sommer 2018 inskribierte ich in das Fachhochschulstudium „Wirtschaftsingenieur“. Im Hinblick auf einen Wiedereinstieg in das traditionsreiche Familienunternehmen befasst sich auch meine Diplomarbeit mit dem Thema der erfolgreichen Unternehmensnachfolge.

Dankbar blicke ich auf die Arbeit meines Großvaters und Vaters zurück und werde die Mundstückmanufaktur in ihrem Sinne genauso bodenständig, persönlich und innovativ fortsetzen.

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